Die Pferde




Wir werden auch in diesem Jahr ab Anfang April wieder neue Pferde von unserer Warteliste in unsere bestehende Herde aufnehmen können.
Auf Wunsch können wir Ihre Stute / Ihren Wallach gern auf unsere Warteliste setzen. Bitte senden Sie mir bei Interesse eine Mail mit allen Informationen zu Ihrem Pferd ( Rasse / Größe, Alter, Stute / Wallach, Krankheiten oder Grund für Verrentung, ggf. Medikamentenbedarf, leichtfuttrig / schwerfuttrig / Futterunverträglichkeiten / Breiköstler, bisherige Haltungsform & Nutzung, Sozialverhalten ranghoch / rangnieder, bevorzugt Stuten oder Wallache, eher verspielt, lauffreudig oder verschmuster Mähnenkrauler mit Pferdekollegen usw.?
Frei werdende Plätze werden an Stallplatzbewerber nicht nach Wartezeit auf der Liste vergeben, sondern danach, wie gut das Bewerberpferd mutmasslich in unsere bestehende Herde passen und das Sozialleben bereichern würde, da mir ein friedliches & harmonisches Zusammenleben aus Rücksichtnahme auf unsere ältesten & kränksten Bewohner sehr wichtig ist.
Aus diesem Grund werden auch über Herbst & Winter freiwerdende Plätze nicht sofort neu besetzt, sondern erst zu Beginn der Weidesaison ( Aufnahmetermin Anfang April ), weil da die Eingliederung erfahrungsgemäß ruhiger verläuft, denn unseren "Alterchen" gegenüber fühlen wir uns besonders in der Pflicht, ihnen den verdient schönen Lebensabend zu ermöglichen.
Weil unsere Stuten & Wallache immer alle gemeinsam in einer Herde zusammen leben, haben wir definitiv keine Möglichkeit, Hengste zu halten, wir bitten daher diesbezüglich von Anfragen abzusehen.

La Luz Charismàtica

schnute2011 Ihr spanischer Name bedeutet "das Licht der Hoffnung" und sie ist seit ihrem Einzug im Frühjahr 2008 nicht nur mein absoluter Sonnenschein, sondern auch die kleine Prinzessin, der die Wallache der Herde wegen ihres Charmes jede Frechheit durchgehen lassen. Aus der ungewöhnlichen Mischung von Andalusier und Friese entstand eine Art wandelnder Schabernack, der nicht nur krankhaft neugierig ist, sondern auch übersprudelt vor Temperament und nie weiß wohin mit seiner Energie - dabei völlig unerschütterlich daran zu glauben scheint, dass die Welt gut ist und gar nichts Böses wollen kann. Muß ich sie wegen erwartungsfrohem Gehampel, übermütigem Losbocken und ähnlichen Vergehen ermahnen, kann sie auch das nie wirklich beeindrucken, ich bekomme maximal einen freudestrahlenden Blick, der zu sagen scheint:"Ich glaub`, Du meinst das Geschimpfe gar nicht so ernst, und ich habe das auch nicht mit Absicht gemacht, bestimmt hast Du mich trotzdem lieb!" ... und wenige Augenblicke später heckt sie gut gelaunt den nächsten Blödsinn aus! Als der Entfesselungskünstler unter meinen Pferden knotet sie jedes Führstrick los und öffnet die Karabinerhaken der Anbindeketten. Sie liebt Wasser, im Sommer springt sie wie ein Flummi im Galopp durch unseren Bachlauf, dass das Wasser nur so spritzt, und im Winter zerschlägt sie mit großer Leidenschaft die auf dem Wasser befindlichen Eisschollen mit ihren Vorderhufen.
schnute2010
schnutebaby
Beauty
Beauty charisma charisma
 

Donat Venti Caesaries

Sein Name bedeutet "Er schenkt unserem Haar den Wind". Donnie kam 2010 auf unseren Gnadenhof, er ist mit über einsneunzig Stockmass unser Riesenbaby. Trotz seiner enormen Größe ist er das freundlichste Wesen, das man sich denken kann, und absolut sozial zu anderen Pferden, die er bei jeder sich bietenden Gelegenheit von oben bis unten abschleckt.

Der verspielte Youngster schafft es mit seiner sanften Art oft genug zu unserem großen Erstaunen und zu unserer Freude selbst die ältesten Herdenmitglieder noch zu einem kleinen seniorengerechten Spielchen zu überreden. Selbst wenn er natürlich auch die eine oder andere Runde wilde Kampf- und Laufspiele mit den fitten Frührentnern veranstaltet, so läßt Donnie sich aber auch mit Vorliebe von den Alterchen bei einer Runde "Packen Spielen" im Senioren-geeigenten Zeitlupen-Trippel-Trab-Tempo verfolgen und in den Po zwicken, wobei er selbst vergnügt vorraushüpft und herumspringt wie ein übermütiges Ziegenböckchen. Dabei ist verblüffend, wie er bei allem jugendlichen Übermut im Zweifelsfall so sanft mit unseren Oldies umgeht, als wären sie zerbrechlich wie Glas, so dass sich von den älteren Herrschaften keiner überfordert fühlen muß.

Seine verträumt - tollpatschige Art bringt uns immer wieder zum Lachen, da man bei ihm nie sicher sein kann, dass er nicht im nächsten Moment aus Versehen über seine eigenen Füße fällt, weil er gerade einem Schmetterling hinterher guckt.

donnie2010
donnie2016
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Belissio

Der erst 7 Jahre junge Belissio hatte eine glänzende Karriere als Turnierpferd vor sich, als er zunehmend Rückenprobleme bekam und sich unter dem Reiter mehr und mehr verweigerte. Der sonst stets bemühte Belissio zeigte seine Schmerzen unter dem Reiter aber nicht durch Bocken oder Steigen wie andere Pferde, sondern netterweise nur durch Stehen bleiben, wenn er unter dem Sattel nicht mehr konnte und dadurch, dass er bei unerträglich werdenden Rückenschmerzen in der Box mit dem Kopf gegen die Wand schlug, um einen Gegenschmerz zu erzeugen. Am Ende wurden bei ihm so gravierende Kissing Spines in der Sattellage diagnostiziert, dass sofort klar war, dass er als Reitpferd nie mehr geeignet sein würde, weshalb er bei uns in Frührente ging. Wir hoffen, dass er ohne Reitergewicht hier weitgehend schmerzfrei leben kann und dass die andauernde leichte Bewegung in unserer aktivierenden Haltungsform ihm auf lange Sicht gut tun wird. In unserer Herde ist Belissio trotz durch sein jugendliches Alter bedingter Unsicherheit in neuen Situationen einer der Ranghöchsten. Er sorgt nicht nur in der Gruppe zusammen mit Chef Lazard für Ordnung, sondern spielt gern mit den anderen jüngeren Wallachen Kampf - & Laufspiele und hat auch mehrere Stuten, mit denen er freundschaftlich Mähnchen krault. Belissio
bellissio
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Annabell

Die robuste kleine Haflingerstute Annabell hatte das große Glück, artgerecht in einer großen Haflingerherde aufwachsen zu dürfen und auch später lange Jahre mit ihrem Haflingerfreund Nimo an ihrer Seite bei einer sehr bemühten Besitzerfamilie direkt hinter dem Haus mit engem Familienanschluss leben zu dürfen. Mit dem tragischen Tod von Nimo endete ihr idyllisches Leben in trauter Zweisamkeit abrupt und die stark trauernde kleine Stute mußte sehr kurzfristig in einen Pensionsstall umziehen, um nicht ganz allein ohne Artgenossen leben zu müssen, wo die bis dahin immer kerngesunde Stute leider an einer schweren Hufrehe erkrankte, die Annabell zum Glück bei uns auf dem Gnadenhof bis heute keine weiteren Beschwerden verursacht. Kaum bei uns auf dem Gnadenhof angekommen, freundete sich Annabell eng mit der gleichzeitig eingezogenen Lady an und sicherte sich als kleinste Stute auf dem Hof ausgerechnet unser Riesenbaby Donnie als Verehrer - die beiden sehen zusammen aus wie Pat und Patterchen, weil er ungefähr dreimal so viel Pferd ist wie sie, allerdings scheint das ihrer Zuneigung keinen Abbruch zu tun, es war quasi "Liebe auf den ersten Blick" bei dem ungleichen Paar! Annabell ist seit ihrem Einzug unser amtierendes "Hof-Blondie" und als solches nicht nur rassetypisch verfressen, sondern auch durch ihre mal unbekümmerte, mal freundliche und manchmal auch schlicht rotzfreche Art bei allen Herdenmitgliedern beliebt. Sie ist nicht nur von der Fellfarbe, sondern auch vom Wesen her einfach nur goldig, und unser kleines Goldstück bringt uns Menschen regelmäßig herzlich zum Lachen durch völlig skurile Aktionen, weil sie oft Ideen hat, die wohl kein normales Pferd, sondern eben nur ein Haflinger haben kann: Zum Beispiel klettert sie durch das geschlossene Stangen-Tor in die Reithalle, während ich ein anderes Pferd reite, und würdigt uns keines Blickes, um mit größter Selbstverständlichkeit in eine Hallenecke zu pinkeln, um danach genauso geschickt wieder durch das geschlossene Tor hindurch die Reitbahn zu verlassen und zur im Auslauf Heu fressenden Herde zurückzukehren, als wäre nichts gewesen. annabell annabell annabell annabell
 

Khaltraa

Khaltraa Die temperamentvolle kleine Mongolenstute mit der langen schwarzen Wuschelmähne und den weise dreinblickenden Augen hat schon ein recht bewegtes Leben hinter sich und ist weit gereist: Einst im Zoo in Münster als Rarität gehalten, dann als Reitpferd in der Schweiz gelebt, ist sie nun nach erneut weiter Reise bei uns in Ostwestfalen-Lippe gelandet, wo sie ihre neu gewonnenen Freiheiten in vollen Zügen zu genießen scheint. Trotz ihres so gemütlich wirkenden Äußeren ist Khaltraa ein kleines Energiebündel, das langsamen Schritt offensichtlich für überbewertet hält und alle Wege in unserer weitläufigen Offenstallanlage im zügigen Zuckeltrab zurücklegt, weil es ihr offensichtlich nie schnell genug geht - wo Khaltraa ist, ist immer etwas los! Charakteristisch ist auch, dass Khaltraa kaum einmal zur Ruhe gekommen und endlich mal friedlich an einem Platze stehend, unvermittelt den langen Haarschopf wild schüttelt, dabei laut prusst und dann ohne Vorwarnung losbockt und im wilden Wettrennen über die Weide flitzt, antretend mal gegen andere Herdenmitglieder, oft aber auch gegen Wildpferd-Konkurrenten aus den unendlichen Weiten ihrer heimatlichen mongolischen Steppe, die wohl nur sie selbst sehen kann, während diese für unsere Menschenaugen unsichtbar sind ... Khaltraa kann durchaus manchmal eine kleine Zicke sein, die ihre Herdengenossen auch mal laut quietschend, mit entrüstet angelegten Ohren und mit dem Schweif wütend propellernd in die Schranken weist, jedoch gelingt es ihr fast immer, durch ihre ungewöhnlich starke Mimik und sehr eindeutiges Ausdrucksverhalten als Sieger aus den alltäglichen kleineren Diskussionen innerhalb der Herde hervorzugehen, weshalb die anderen Pferde sie trotz ihrer geringen Körpergröße ohne Zögern von Anfang an als ranghoch anerkannt haben. Dann auch wenn Khaltraa die ursprüngliche Heimat ihrer Rasse wohl nie zu sehen bekommen wird, ist sie durch die Gene ihrer mongolischen Ahnen tief im Herzen doch immer ein kleines Wildpferdchen geblieben.
Khaltraa Khaltraa Khaltraa Khaltraa Khaltraa Khaltraa Khaltraa
 

Luna von Auhagen

Die freundliche fuchsfarbene Isländerstute mit der blonden Mähne ist zu uns gekommen, um hier eine letzte Chance auf ein artgerechtes Leben in der Herde trotz wiederholten schweren Hufrehe-Schüben in der Vergangenheit zu erhalten, die ihre Lebensqualität leider trotz aller Bemühungen der Besitzerin immer wieder massiv einschränkten. Luna zog bei uns quasi im allerletzten Moment gerade noch rechtzeitig ein, bevor Ihre sonst immer sehr um Luna bemühte Besitzerin nur wenige Tage später ihr Kind gebar, weshalb doppelt gut war, eine neue Betreunungsmöglichkeit für Luna gefunden zu haben, da die frischgebackene Mami sich ja nun verständlicherweise erst einmal einer ganz anderen Aufgabe widmen mußte. Leider hat Luna auch in anderer Hinsicht mehr gesundheitliche Probleme, als es für ein noch gar nicht so altes Pferd ausgerechnet einer ausgesprochenen Robustpferderasse üblich ist, denn ihr mußten sämtliche Vorderzähne im Ober- und Unterkiefer wegen durch EOTRH bedingten Vereiterungen von unserer Pferdezahnärztin gezogen werden. Da die Backenzähne nicht betroffen sind, ist Luna zum Glück weiterhin durch ihre große Geschicklichkeit in der Lage, erstaunlich problemlos die übliche Nahrung aufzunehmen. Sie kann dicke Karotten oder auch mal einen Kanten hart getrocknetes Brot kauen, und sogar Grashalme zupft sie fix mit den Lippen ab und kann fast so gut grasen wie andere Pferde auch. Für die Herde ist Luna durch ihre sanfte & freundiche Art eine absolute Bereicherung, denn sie ist nicht nur brav & in allen Dingen unkompliziert beim Umgang mit ihren Menschen, sondern versteht sich auch mit allen anderen Pferden gut, weil sie Konflikten grundsätzlich aus dem Weg geht und sich im Zweifelsfall einfach unterordnet. Wir hoffen sehr für Luna, dass sie in dieser Haltungsform endlich dauerhaft mit ihren Problemhufen klarkommt und damit doch noch eine Chance auf eine angenehme und artgerechte Rentnerzeit hat. luna luna luna lazard lazard
 

El Paso

Die Lebensgeschichte des hübschen schwarzbraunen Youngster El Paso mit den 4 wie gemalt gleichmäßigen weißen Söckchen ist trotz seines jungen Alters eine Geschichte mit krassen Wechseln zwischen Höhen und Tiefen, mit extrem harten Schicksalsschlägen und schließlich am Ende mit dem ganz großen Glück: El Paso stammt aus Polen, wo er offensichtlich nicht ansatzweise medizinisch versorgt aufgezogen und noch dazu viel zu jung als Reitpferd ausgebildet wurde, wo er wahrscheinlich zu schwere Reiter tragen und über zu hohe Hindernisse springen mußte, als sein junger Körper noch im Wachstum war, so dass irreparable Schäden an seinem Körper und seiner Seele zurückblieben. Ein auf Importpferde aus dem Osten spezialisierter Händler brachte El Paso nach Deutschland und verkaufte ihn ( offensichtlich schmerzfrei gespritzt ) trotz nicht zu übersehender gravierender Rückenprobleme und bereits länger bestehenden starken Zahnschmerzen plus einem offensichtlichen Trauma vom langen Transport mit nachfolgender Panik vor allen Engstellen für einen völlig überhöhten Preis als ein in allen Situationen braves, kerngesundes & bestens ausgebildetes Reitpferd an eine nichtsahnende deutsche Familie. Natürlich kam es, wie es kommen mußte, und die neuen Besitzer bemerkten relativ schnell, dass ihre wunerschön anzuschauende Neuerwerbung als Reitpferd nie würde geeignet sein und dass sie somit alles Recht der Welt gehabt hätten, das unreitbare Pferd gegen Rückerstattung des Kaufpreises an den betrügerischen Importeur zurückzugeben. Doch genau das war der Moment, in dem sich das Rad der Fortuna drehte und den armen El Paso, der bis dahin fast unter der Last des Schicksals zerdrückt worden war, unerwartet ganz nach oben hob ins höchste Glück. Denn die Familie, die El Paso gerade erst wenige Tage kannte, beschloss aus purer Tierliebe & Nettigkeit dem bedauernswerten Pferd gegenüber spontan, dass El Paso eben gerade nicht zum Händler zurückgehen sollte, um potentiell weitere Male gesundgespritzt an Nichtsahnende als Reitpferd verkauft zu werden, um weiter trotz Schmerzen von ahnungslosen Besitzern geritten zu werden, um wahrscheinlich irgendwann wegen seiner gesundheitsbedingten Unreitbarkeit oder seiner Versuche, sich gegen Schmerzen beim Reiten zu wehren, beim Schlachter zu landen ... Die neuen Besitzer beschlossen, El Paso vom Tierarzt bestmöglich ( insbesondere endlich an den dringend behandlungsbedürftigen Zähnen ) behandeln zu lassen und ihm danach für den Rest seines noch jungen Lebens ohne jegliche weitere Ansprüche an ein Reitpferdedasein die Rente in Freiheit zu finanzieren. So kam El Paso zu guter Letzt gerade knapp 6 jährig auf unserem Gnadenhof, um sich hier von dem ganzen Schlimmen erholen zu dürfen, was die Menschen ihm körperlich und seelisch angetan hatten ... und er dankt es seiner jungen Besitzerin bei jedem Besuch durch übergroße Anhänglichkeit & Freundlichkeit, denn er scheint irgendwo in den Tiefen seiner Seele genau zu verstehen, was sie für ihn Gutes getan hat und noch tut. elpaso elpaso elpaso elpaso elpaso
paso paso paso paso paso paso
 

Pawel

Der hübsche Falbe Pawel kam einst als polnisches Importpferd zu seiner Besitzerin, und obwohl sie sich viel Mühe gab, ihm artgerechte Haltung zu bieten und auch diverse durchaus qualifizierte Trainer ausprobierte, fand der freizeitgerittene Pawel über die Zeit immer weniger Spass an den gemeinsamen Reitstunden, während er gleichzeitig bei leichter Bodenarbeit von Horsemanship über Zirkuslektionen bis Stangenslalom begeistert mitarbeitete. Nach längerem Hin- und Her stellte sich heraus, dass der gut erzogene Pawel sowohl an Kissing Spines als auch an Spat und zusätzlich noch an der Hufrolle erkrankt war, weshalb seine Besitzerin sich entschloss, ihn in Frührente zu schicken, da sie entgegen den Beteuerungen des Haustierarztes den Eindruck hatte, dass der sonst so liebe Pawel beim Reiten vielleicht doch Schmerzen haben könnte und daher in eine Art Verweigerungshaltung verfiele. Bei uns auf dem Gnadenhof angekommen, stellte sich durch einen Zufall heraus, dass der liebenswürdige Pawel zusätzlich zu den anderen gesundheitlichen Problemen teils gravierende Herzrhythmusstörungen hat, die sein untypisch "faules" Verhalten unter dem Sattel mehr als erklärten. Durch ein von unserem Haustierarzt verordnetes seinem Zustand angepasstes leichtes Sportprogramm aus Spaziergängen an der Hand in Kombi mit Bodenarbeit hat sich sein Zustand zu unser aller Freude auf einem Level stabilisiert, auf dem er zwar kein Reitpferd mehr sein kann, aber sich wohlzufühlen scheint und keine erkennbaren Beschwerden, dafür aber umso mehr Lebensfreude hat. Pawel Pawel Pawel Pawel
 

Lady Germina

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Chumani

Die zierliche Chumani ist schon allein wegen ihrer ungewöhnlichen Färbung eine optische Bereicherung für unsere kleine Herde. Denn obwohl die hübsche Stute im Pass als Polnisches Warmblut deklariert wurde, erinnert sie eher an ein kunterbuntes Appaloosa mit Fleckchen und Tupfen in wirklich jeder irgend an einem Pferd vorstellbaren Farbe von schwarz bis weiß über die unterschiedlichsten Schattierungen von Grau- und Brauntönen, wobei noch hinzukommt, dass sich ihre Farbe mit jedem Fellwechsel deutlich ändert, mal dunkler, mal heller, mal grauer, mal brauner ...ein wahres Chamäleon! Unsere Chumani hat in ihrem Leben sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt: Aus Polen nach Deutschland importiert hätte sie bei ihrer neuen Besitzerin ein schönes und abwechlungsreiches Leben als Freizeitpferd führen sollen und mit ihr gemeinsam Spass haben auf Wanderritten und vielem mehr. Leider war ihr gemeinsames Glück nicht von langer Dauer, denn vereiterte Backenzahnwurzeln verursachten eine wahre Odyssee durch mehrere Kliniken und erst nach monatelangen nervenaufreibenden Behandlungen konnten die von resistenten Keimen verursachten schweren Eiterungen unter Kontrolle gebracht und die für Chumani sicherlich ein Stück weit traumatischen Behandlungen abgeschlossen werden. Obwohl bestimmt alle immer nur das Allerbeste für Chumani im Sinn gehabt hatten, waren sowohl die Stute als auch die Besitzer-Pferd-Beziehung danach nicht mehr die Selbe. Aus dem selbstsicheren und umgänglichen Stütchen war ein hysterisches Nervenbündel geworden, was aus geringstem Anlass entweder sein Heil in der Flucht suchte und unbremsbar panisch losrannte oder was in einer Art Totstellreflex mit im Mondblick gen Himmel verdrehten Augen im höchsten Stress erstarrte und auf keine Ansprache mehr reagierte. Die sehr ums Wohl ihrer geliebten Stute bemühte Besitzerin und auch ihre höchst engagierte Trainerin haben lange darum gerungen, mit geduldigem und liebevollem Training einen für alle Beteiligten zufrieden stellenden Status quo wiederherzustellen. Aber am Ende wurde gemeinsam die Entscheidung getroffen, Chumani die Chance zu geben, im Sozialverband einer Herde auf unseren Weiden ein anderes, freieres Leben als in einer Box zu führen und hoffentlich dabei endlich wieder eine Art inneren Frieden mit sich selbst zu finden - und wir drücken der wunderbaren Chumani alle Daumen, dass ihr dies in der Einflusssphäre ihres neuen und allzeit tiefenentspannten Freundes Pawel auch gelingt. Chumani Chumani Chumani Chumani Chumani Chumani Chumani Chumani
 

Ronja

Unser gemütliches Moppeltier Ronja ist eine waschechte original Schwarzwälder Fuchsstute und obendrein aus einer besonders schweren Linie von Holzrückepferden abstammend. Obwohl sie ein Herz aus Gold hat und optisch wie vom Gemüt ein wahres Prachtexemplar von einer "Schwarzwälder Kirschtorte" ist, brauchte die hübsche Dunkelfuchsstute viel Glück und engagierte Tierschützer, um in letzter Minute vor dem Schlachter gerettet zu werden. Sie hatte wohl gehofft, am neuen guten Platz auf Lebenszeit bleiben zu können, doch als ihre Weide zu Bauland umdeklariert wurde und verkauft werden sollte, mußten ihre Retter die freundliche Stute und ihren kleinen Pferdekumpel Cayenne doch noch ein hoffentlich allerletztes Mal umziehen lassen und so zogen die beiden bei uns auf dem Gnadenhof ein. Schneller als erhofft fügte Ronja sich in die neue Pferdefamilie ein, gewann einen Platz in unseren Herzen und neue Pferdefreunde, lief mit der Herde unsere Bergweiden hinauf ... sehr zum Schmunzeln aller Zuschauer, denn wo die Sportpferde und Vollblüter den Berg im Affenzahn hoch- und runtergaloppierten wie ein Wirbelwind, folgte Ronja zwar hellwachen Blickes der davonstürmenden Herde, aber ganz ihrer Abstammung entsprechend im geruhsamen Schritt mit der tiefenentspannten Gelassenheit eines Brauereipferdes. Inzwischen hat die einst so behäbige Ronja aus dem beim Einzug reichlich vorhandenen Speck dank unserer Hangweiden kräftige Muskelpakete gemacht und dadurch die Energie gewonnen, dass sie manchmal, wenn es wirklich dringend ist ( natürlich nicht immer, aber eben manchmal ), manchmal trabt unsere Ronja dann freiwillig den Berghang hoch. Wir drücken Ronja die Daumen, dass sie das noch sehr viele Jahre genau so tun kann, auch wenn es wohl immer nur "manchmal" sein wird, weil man eben aus einem waschechten original Schwarzwälder Kaltblut kein Rennpferd machen kann. Doch wer Ronja einmal kennengelernt hat, so wie wir sie kennen und lieben gelernt haben, der würde auch gar nicht wollen, dass Ronja sich ändert, denn sie ist genau so perfekt, wie sie eben ist, auf ihre einzige und unnachahmliche schwarzwälder Art. Ronja Ronja Ronja Ronja Ronja Ronja
 

Baroness

Das schwere Warmblut Baroness war über Jahre zuverlässiges Reitpferd und braver Freizeitpartner in allen Lebenslagen. Als die Gesamtsituation sich änderte, durfte die menschenbezogene Baroness als nicht mehr gerittene Zuchtstute des Vaters mit Familienanschluss im Stall hinter dem Wohnhaus leben. Sie bekam über 6 Jahre verteilt 3 wunderbare Fohlen. Doch als das letzte Fohlen irgendwann verkauft und sowohl Baroness als auch das sie betreuende Ehepaar ein Alter erreicht hatten, wo ein weiteres Fohlen nicht mehr geplant wurden, da sollte Baroness nicht bis an ihr Lebensende als einziges Pferd zurückbleiben, sondern durfte in unsere Herde aufgenommen werden. Kaum bei uns in die große Herde eingegliedert, zeigte Baroness, die in den letzten Jahren gegenüber ihren Fohlen immer den Ton angegeben hatte, dass sie auch hier keinesfalls bevormundet werden wollte, sondern sicherte sich direkt durch ihre überzeugende Ausstrahlung einen Platz im oberen Drittel der Rangordnung. Bei einigen Gelegenheiten merkt man ihr noch heute an, dass sie immernoch ein kleines bisschen Verlassensängste hat und manchmal befürchtet, ausser Sicht geratene Herdenmitglieder könnten für immer verschwinden wie ihre Fohlen. Denn wenn die Herde auf der Weide in unterschiedliche Richtungen auseinander geht, versucht Baroness wie ein überengagierter aber etwas planloser Hüte-Collie abwechselnd mal hinter dem einen und dann hinter dem anderen herzulaufen ... bis ihr wieder einfällt, dass auch unsere größte Weide von einem hohen Zaun umgeben ist, der den beim Grasen auseinander strebenden Herdenmitgliedern sicher Einhalt gebietet und verhindert, dass irgend einer ihrer vielen neuen Freunde auf Nimmerwiedersehen verlorengeht. Baroness Baroness Baroness
 

Lobelia

Als die edle lackschwarze Schönheit mit dem charakteristischen Keilstern bei uns einzog, brachte sie direkt am ersten Nachmittag alle Anwesenden zum Schmunzeln. Denn obgleich die ausgesprochen üppige Figur des vom Knochenbau her ursprünglich eher grazilen Sportpferdes durchaus behaupten ließ, dass Lobelia in der letzten Zeit in ihrer Box im alten Stall wahrscheinlich keinen Hunger gelitten hatte, trennte sie sich nur sichtlich ungern vom restlichen Heu im Heunetz auf dem Transporter, um dann kaum im neuen Stall angekommen sich spontan mit ausgeprägtem Heißhunger auf das eingestreute Stroh und das Heu in der nächsten Raufe zu stürzen - wohlgemerkt alle neugierigen Blicke der zum Kennenlernen an den trennenden Zaun eiligst herankommenden aufgeregten Pferdeherde völlig tiefenentspannt ignorierend! Da Lobelia der am ersten Tag demonstrierten Maxime "erstmal gemütlich essen, danach kann man immer noch weitersehen" auch in der Folgezeit treu blieb, verlief auch die Eingliederung in die Herde sehr tiefenentspannt, denn jegliche Aufregung glitt an Lobelias unvermindertem Appetit ab wie Pancakes an einer Teflon-beschichteten Bratpfanne: Als sie die Nase erst einmal ins saftige Grün gesteckt hatte, ignorierte sie jegliche Annäherungsversuche und mampfte sich größtmögliche Zufriedenheit ausstrahlend durchs Frühlingsgras, wobei ihr völlig gleichgültig schien, ob da gerade ein fremder Wallach an ihrem Hintern schnupperte oder nicht? Wir haben selten eine Stute auf dem Hof gehabt, der selbst die bei anderen Stuten übliche gelegentliche hormonell bedingte Zickigkeit so völlig wesensfremd ist wie unserer immer freundlichen Lobelia, die sich wahrscheinlich gerade aufgrund der ihr eigenen Verfressenheit innerhalb der sozialen Gruppe allergrößter Beliebtheit erfreut - wer gerade mit vollen Backen selig kaut, gibt eben keine Widerworte. Auch im Umgang mit Menschen ist Lobelia völlig unproblematisch, denn ihre Maxime lautet auch hier: "Solange Du Leckerlies bietest, dulde ich gern, dass Du an mir herumstreichelst, striegelst oder meine Hufe befummeln möchtest und halte mustergültig brav still!" Ihre Menschen müssen nur darauf achten, dass der kulinarische Nachschub gesichert ist, denn sonst hat Lobelia "fertig" und möchte bitteschön zeitnahe wieder zum Gras zurückkehren. Dabei ist Lobelia durchaus keine unsportliche Tranfunzel, im Gegenteil hat sie durchaus auch zwischendurch einmal großen Spaß daran, mit der ganzen Herde im gestreckten Galopp die Berghänge hochzudonnern oder sich ausgiebig bockend auszutoben - sie achtet nur sehr genau darauf, auf gar keinen Fall zu versäumen, bei solchen Aktivitäten verbrannte Kalorien dem Körper auch zügig wieder zuzuführen. Lobelia Lobelia Lobelia Lobelia Lobelia
 

Fryda

Für Fryda war eine Karriere als Springpferd geplant, bis sich herausstellte, dass die zierliche Stute durch einen Leberschaden und Nervenausfälle in der Hinterhand kein Turnierpferd mehr würde sein können. Deshalb wurde sie zusammen mit ihren Frührentner-Pferdefreunden Bravissimo und Thasary in unsere Herde aufgenommen, wo sie ihr Leben als Frührentnerin genießt. Erst schüchtern, dann zunehmend vorwitziger erkundete sie schon bald die Möglichkeiten, die die neue freiere Haltungsform ihr bot, und freundete sich dabei rasch mit unserer Mongolenstute Khaltraa an. Khaltraa ist nicht nur im Herzen ein Wildpferd geblieben und immer für jeden Blödsinn zu haben, sondern auch eine engagierte Lehrkraft in Wildpferdfähigkeiten, und so hatten wir alle immer wieder viel zu lachen, als Khaltraa beschloss, der überaus skeptischen & wasserscheuen Nichtschwimmerin Fryda die Vorteile eines Fußbades im Fluss nahezulegen und die sich windende und wiederstrebende Fryda so lange energisch vor sich her ins fesseltiefe Wasser schob und dann mit sichtlichem Vergnügen um sie herum plantschte, unter Wasser Luft aus den Nüstern prustete und mit den Hufen auf die Wasseroberfläche klatschte, dass das Wasser nur so spritzte, bis Fryda irgendwann ihren Widerstand aufgab und vorsichtig mit zu plantschen begann, weil ihr klar wurde, dass sie einerseits sowieso patschnass werden und andererseits nicht ertrinken würde. Aber auch beim Lieblingssport "Wettbocken und um-die-Wette-Rennen über die Weide" sind die beiden Freundinnen ein Bild für die Götter, wenn Fryda mit den eleganten weitausgreifenden Galoppsprüngen des hoch im Blut stehenden Sportpferdes große Runden in rasantem Tempo vorgibt und Moppeltier Khaltraa mit der stakkatohaft- kurzbeinigen Gangart einer wildgewordenen Nähmaschine gnadenlos die Kurve innen abkürzt, um nicht nur Fryda am Ende eine Nasenlänge voraus, sondern auch mächtig stolz darauf zu sein! Hier zeigt sich Frydas wahre Größe, wenn sie großzügig darauf verzichtet, Khaltraa ein zeitnahes Date mit Waage und Spiegel vorzuschlagen, und stattdessen die gutherzige Freundin mit dem goldenen Herzen am rechten Fleck beweist und ohne Kommentar über Geschwindigkeiten höflich lächelnd zu einer Runde Mähnenkraulen einlädt und dabei auch noch darauf achtet, sich selbst am Berghang unterhalb der kleineren Khaltraa aufzustellen, damit die Freundin auch bequem mit den Zähnen hinlangen kann. Fryda Fryda Fryda Fryda Fryda
 

Bravissimo

Der feuerrote Bravissimo mit den 4 wie angemalt gleichhohen weißen Söckchen und dem hübschen Stern auf der Stirn sollte angeblich ein Überflieger-Dressurpferd sein, aber schnell musste seine Besitzerin einsehen, dass der Plan von den zu gewinnenden Blumentöpfen so überhaupt nicht mit Bravissimos privater To-Do-Liste übereinstimmte. Aufgrund eines Wirbelsäulenproblems war von Bravissimos Seite aus genau genommen nicht nur keine Karriere im Turniersport vorgesehen, sondern eigentlich war er noch nicht einmal davon zu überzeugen, dass ein Leben als Freizeit-Reitpferd für ihn eine in Frage kommende Option darstellen könnte. Selbst als die Besitzerin endlich nach zähem Ringen sein Vertrauen und seinen Respekt gewonnen hatte, blieb es schwierig mit dem Nervenbündel Bravissimo, und so kam er als Frührentner in unsere Herde. Da sein Verhalten in der Gruppe anfangs teils an einen sozial gehandicapten Autisten erinnerte, brauchte er auch hier fast ein Jahr, bis er nicht mehr zwischen überforderungsbedingter Panik-Überreaktion und machohaftem Rowdytum hin und her schwang, sondern langsam die Pferdesprache mehr und mehr lernte und verstand, wer wo in der Rangordnung stand, und so konnte auch er am Ende seinen Platz in der Herde, neue Spielkameraden und damit am Ende auch zu innerer Ruhe finden. Bravissimo Bravissimo Bravissimo
 

Thasary

Die freundliche Thasary hat sich wahrscheinlich in ihrem Leben immer allerbeste Mühe gegeben, alle Erwartungen zu erfüllen und es allen Recht zu machen. Leider hatte sie immer wieder das Pech, dass es trotzdem nie so ganz gereicht hat: Mit einer Abstammung von lauter lustig bunt gefleckten PintoPaints wurde sie geboren ... und war bei aller Mühe, die sie sich gegeben hatte, leider nicht wirklich gescheckt, sondern am ganzen Körper lackschwarz bis auf einen ganz winzig kleinen weißen Fleck am Hinterbein, so winzig, dass ihn auch ein gutwilliger Betrachter nur bei genauester Inspektion finden wird. Als sie vom Züchter verkauft wurde, um einen Job als Reitpferd anzutreten, war sie hochengagiert, alles richtig zu machen und hat sie sich bestimmt wieder alle Mühe gegeben ... und es hat wieder nicht so richtig gereicht, denn aufgrund eines Rückenproblems musste Thasary vorzeitig in Frührente gehen. So kam sie zu uns auf den Hof und hat sich sofort wieder alle Mühe gegeben, wollte alles richtig machen und was soll ich sagen: Zum ersten Mal in Thasarys Leben hat es gereicht. Thasary hat alles richtig gemacht. Sie hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Thasary ist ein fantastisches Herdenmitglied und wir hoffen alle, dass es noch lange so bleibt, denn für uns ist sie einfach so wie sie ist und ganz ohne Anstrengung schon alles das, was wir uns nur von einem Pferd in unserer Herde wünschen können. Thasary ist unglaublich sozial, sie ist immer höflich zu den ranghöheren Pferden, sie ist rücksichtsvoll zu den Alten und Kranken. Sie flirtet mit allen Wallachen, sie krault Mähnchen mit den Stuten und spielt Wettrennen mit den fitten Frührentnern. Kaum jemand leckt die Futterrinne so gründlich aus, nachdem es Mash gab, oder knabbert so dekorative Rindenstreifen von den Obstbäumen. Niemand sonst könnte so wunderschön aussehen nassgeregnet mit Kletten in der Mähne und Matscheflecken im Fell. Doch das Allerwichtigste ist: Sie hat endlich etwas gefunden, was sie perfekt macht, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Sie ist ein kluges Pferd, und sie weiß genau, dass sie es perfekt macht, und sie strahlt über ihr ganzes schwarzes Gesicht, denn sie ist so sehr stolz auf sich und endlich rundherum so richtig glücklich mit der Gesamtsituation. Thasary Thasary Thasary Thasary Thasary Thasary
 

Ricky

Das verschmuste Spielkind Ricky hat viele Jahre das unbekümmerte Leben eines glücklichen Offenstallpferdes geführt und seine Besitzerin auf Ausritten flink über Stock und Stein getragen, aber je älter er und sein langjähriger Pferdefreund Eick wurden, umso schlechter kamen sie in ihrer gewohnten Offenstallgruppe zwischen den zunehmend jüngeren und fitteren Reitpferden klar. Als es immer wieder zu Verletzungen kam, weil Ricky in Hektik Ranghöheren auszuweichen versuchte und dabei stürzte, entschieden die Besitzerinnen der beiden Pferdesenioren schweren Herzens, ihren Pferden mit Ende zwanzig noch einen letzten Umzug weg von den Reitfreundinnen auf unseren Hof zuzumuten, weil sie die Hoffnung hatten, dass ihre Oldies in einer friedlicheren Herde von ebenfalls überwiegend auf die eine oder andere Art gehandicapten Gnadenbrotpferden und einer für schwerfuttrige Pferdesenioren optimierten Fütterung besser klarkommen würden. Nachdem Ricky sich stets im Windschatten des gemütlichen Charakters vom ranghöheren aber stets freundlichen Riesen Eick ohne größere Probleme in unsere Herde eingegliedert und zunehmend Sicherheit gewonnen hatte, kam dann leider nach einem halben Jahr als unerwarteter Tiefschlag, dass der ursprünglich durch pure Körpermasse stets souveräne Eick aufgrund sich verschlechterndem Gesundheitszustand zuerst zunehmend demenzähnlich-bizarre Verhaltensweisen an den Tag legte, was bei Ricky schon zu deutlicher Irritation führte. Als sein großer Freund Eick letztendlich eingeschläfert werden musste, verstand der kleine Ricky endgültig die Welt nicht mehr und trauerte sichtlich über den Verlust seines emotional haltgebenden Felsens in der Brandung. Zum Glück hat Ricky sich inzwischen zunehmend enger mit Karlchen und dem deutlich jüngeren Follow angefreundet, wir hoffen für Ricky, dass ihm das auf lange Sicht den erhofften Seelenfrieden bescheren wird, zumal die beiden dunkelbraunen Damelköppe mit Schalk im Nacken sich eher als der stoische Eick zu einem lustigen Spielchen hinreißen lassen, was Rickys Spieltrieb sicherlich sehr entgegenkommen dürfte.
 

Karlchen

Mit Gracioso vom Kreiswald alias Karlchen zog zum ersten Mal ein rassiger Südamerikaner bei uns auf dem Gnadenhof ein. Die Besitzerin hatte als bequemes Wanderreitpferd einen großen Isländer gesucht und der größte Isländer, den sie finden konnte, war nicht wie erwartet ein Gangpferd aus dem hohen Norden, sondern ein waschechter Mangalarga Marchador. Mit langer Wallemähne, freundlichem Wesen und südamerikanisch-feurigem Temperament hätte Karlchen sich durchaus in mein Herz traben können - wenn er denn traben würde! Ich bin früher immer davon ausgegangen, dass alles, was nicht eindeutig Schritt, Trab oder Galopp ist, nur eine Lahmheit sein kann. Im Laufe der Zeit musste ich von den Islandpferden lernen, dass es da wohl in Sonderfällen auch noch Tölt oder Pass zusätzlich geben kann, und ganz vielleicht wäre ich sogar bereit gewesen, einem reinrassigen Mangalarga Marchador den rassetypischen Marcha als quasi Tölt-ähnliche Gangart zuzugestehen. Karlchen jedoch hat eine ganz eigene Angewohnheit zu laufen, die eher an eine Art individuelle Einzelradaufhängung erinnert und wo jedes Bein in seinem eigenen Rhythmus schreitet-trabt-töltet-marschiert. Da Karlchen nun schon fast 30 Jahre auf diese unnachahmliche Weise seine Füße voreinander setzt und es dabei mit seiner Besitzerin im Sattel auf eine imposante Kilometer-Lebensleistung gebracht hat, scheint dieser spezielle Karl-Walk wohl doch keine Lahmheit zu sein, sondern eine absolut angemessene Art der Fortbewegung für einen im Odenwald geborenen Südamerikaner. Eigentlich ist es auch egal, wie Karlchen seine Beine bewegt - viel wichtiger ist, dass er gerne Mähne krault und Packen spielt und mit Wasser plantscht und durch seine liebenswürdige Lausbuben-Art neben Lieblingskumpel Follow und Lieblingsehefrau Goldy in kürzester Zeit so viele Pferdefreunde in der Herde gewonnen hatte, dass er nach kurzer Zeit schon bestens integriert war im Sozialverband ... und das ist viel besser als das langweilige Alleinsein, was er von früher kannte. Denn nur weil jemand der einzige Südamerikaner weit und breit ist, heißt das noch lange nicht, dass so ein Südamerikaner nicht auch einfach nur vollwertiges Mitglied in einer Herde sein möchte wie ein ganz normales Pferd.
 

Follow

Follow hatte bei verschiedenen Vorbesitzern ein wechselhaftes Leben als Freizeit- & Springpferd geführt und zuletzt auch Distanzritte zugunsten trauernder Witwen absolviert. Als die Lebensumstände der Besitzerin sich änderten, während Follow langsam ein Alter erreicht hatte, wo eine Verrentung als sinnvollste Lösung erschien, entschied die Besitzerin sich gegen den Verkauf ihres treuen Gefährten in ungewisse Zukunft und so durfte Follow in unserer Gnadenbrot-Herde seinen hoffentlich letzten Platz finden, wo sie ihren behuften Freund weiterhin regelmäßig besuchen kann. Follow freundete sich sofort mit den zeitgleich eingezogenen älteren Wallachen Karlchen und Ricky an, die er direkt für gemeinsame Spiele zu begeistern versuchte. Inzwischen hat sich Follows Aktionsradius deutlich erweitert und er tobt trotz beginnender Arthrose glücklich freudestrahlend mit jedem Wallach - Spielkind über die Weiden, der sich an Wettrennen, Füße zwicken oder einer Runde hengstmäßigem Ansteigen beteiligen möchte.
 

Goldy

Nachdem die junge Besitzerin von Weltgold durchaus erfolgreich mit einem Reitpony auf Dressurturnieren Schleifen gesammelt hatte, wollte sie gern mit dem danach gekauften Großpferd wettkampfmäßig so richtig durchstarten. Weltgold hatte auch sicherlich jede nötige Veranlagung, mit durch´s Dressurviereck geschwebten M-Lektionen zu beeindrucken - was ihr allerdings ganz klar fehlte, war jegliche Motivation, auf auch nur einem einzigen Turnier anzutreten. Die kleine Mimose Goldy hasste Hängerfahrten, Goldy war überfordert von trubeligen Turnierplätzen und litt so offensichtlich unter dem Stress der Wettkampfsituation, dass die Pläne vom Dressurerfolg von einer verständnisvollen Besitzerin zeitnahe ad acta gelegt wurden, weil das Glück des Pferdes der Familie wichtiger war als eine erzwungene Leistung abzurufen. So blieben Goldy lange Jahre als nur freizeitmäßig gerittenes Familienmitglied, was der kleinen Prinzessin sicherlich lieber war als jede Dressurkarriere. Alle waren zufrieden mit diesem Arrangement, bis Goldys zuletzt dramatisch schlechter werdender gesundheitlicher Zustand und ihre zunehmenden Schwierigkeiten, eine Futteraufnahme ohne die ständig drohenden lebensgefährlichen Schlundverstopfungen zu bewerkstelligen, einen Umzug auf unseren Gnadenhof als letzte Lösung erscheinen ließ. Hier auf dem Hof wird Goldy zwar nicht wieder "wie neu" werden und altersbedingte Zipperlein in Punkto Herz, Leber und Bewegungsapparat bieten auch hier leider immer noch Dauerbaustellen genug, aber wenigstens klappt das Fressen wieder viel besser aufgrund des durch den Umzug stressärmeren Fütterungsmanagements und daher - toitoitoi - ohne weitere Zwischenfälle. Wir drücken dem goldglänzenden Sensibelchen alle Daumen, dass es noch lange auf endlich unbeschlagenen Hufen durch ihr neues Leben traben, ihrem Lieblings-Ehemann Gracioso gewissen Wallachen rossend den Kopf verdrehen und dabei zufrieden Karotten knabbern kann!
 

Leonidas

Das wunderbar rotgolden glänzende Sportpferd Leonidas mit den markanten weißen Abzeichen litt über etliche Jahre an wechselnden Lahmheiten und trieb mit ständig wechselnden und immer wieder unerklärlichen Problemen des Bewegungsapparates sowohl seine Besitzer als auch seine Tierärzte an den Rand der Verzweiflung, bis endlich nach vielen ergebnislosen Bluttests in einem Gelenkpunktat der wahre Verursacher allen Übels gefunden wurde: Eine chronische Borreliose verursachte dem armen Kerl schubweise Gelenkentzündungen. Leider war selbst nach der Diagnose diese Problematik durch Medikamente nicht mehr so in den Griff zu kriegen, dass eine komplette Ausheilung möglich gewesen wäre, daher entschied die Besitzerin, Leonidas auf unseren Gnadenhof umsiedeln zu lassen. Wir hoffen, dass Leonidas hier ein streßärmeres Leben als im Reitstall und damit auf längere Sicht hoffentlich weniger Einschränkungen durch Erkrankungsschübe, aber dafür umso mehr Spaß beim Toben mit seinen Kumpels haben wird.
 

Bonheur

Der wunderhübsche 7jährige Bonheur galt als durchaus schwierig unter dem Sattel, doch für seine geliebte Bereiterin gab er alles und trug sie als ihr Meisterpferd artig durch L-Dressur und L-Springen. Leider erst spät wurde durch ein Röntgenbild seinen Menschen klar, wie schwer ihm gefallen sein muss, so brav & tapfer für seine Menschenfreundin unter dem Sattel alles zu geben, denn eine 10 cm lange Knochenabsplitterung in der Halswirbelsäule hatte wohl nach einem unbemerkten Sturz oder Schlag gegen den Hals schon geraume Zeit Bonheurs Beweglichkeit unangenehm behindert. Eine Operation war durch unglückliche Lage der Absplitterung zwischen umgebendem Nervengeflecht nicht möglich. Weitere Nutzung als Reitpferd, geschweige denn Reiten auf dem zukünftig erhofften Leistungsniveau, war damit ab sofort völlig undenkbar, denn niemand wollte dem armen Schatz potentielle Schmerzen zumuten. Da Bonheur bei nur noch freier Bewegung als Frührentner auf einer Weide eine gute Zeit gefühlter Beschwerdefreiheit von den Tierärzten prognostiziert wurde, entschied sich die geschockte Bereiterin großzügig, den ihr ans Herz gewachsenen Pflegling in ihr Eigentum zu übernehmen, um ihm aus Dankbarkeit für seine großartige Leistungsbereitschaft unter widrigsten Rahmenbedingungen mit dem Einverständnis seines Vorbesitzers & Züchters wenigstens jetzt nach der Diagnose so lange wie irgend schmerzfrei möglich ein glückliches Pferdeleben frei von Leistungsansprüchen auf einem Gnadenhof zu finanzieren, ohne dass Bonheur Angst vor dem Schlachter haben muss. Bei uns auf dem Gnadenhof zeigt sich Bonheur als ein dem Menschen zugewandter dankbarer Bewohner und großes Spielkind, der auf der Weide nichts als Flausen im Kopf hat und sein Leben und das Spiel mit den jüngeren und junggebliebenen Herdenmitgliedern in vollen Zügen genießt. Jedoch hat der schwarzbraune Frechdachs uns inzwischen auch seine hochsoziale Seite gezeigt, denn als sein ab Einzugstag allerbester Freund und früherer Boxnachbar Leonidas schwer an einem Borrelioseschub erkrankte, wich er dem fiebernden Häufchen Elend nicht von der Seite und versuchte alles, den armen Leonidas durch Belecken und Beknabbern aufzumuntern und ihn zum Fressen zu motivieren, indem er nicht nur eine Portion vom gemeinsamen Heu, sondern sogar den Eimer mit dem leckeren Mash zum kranken Kumpel rüberschob und ihn anstubsend zum Fressen zu motivieren versuchte, anstatt die Köstlichkeit allein wegzuschlabbern.
 

Kanon

Mit dem in Polen geborenen Klein-Kanon zog bei uns erstmals ein waschechter Huzule ein und ist mit seinen neugierigen Ponyaugen unter dem üppigen zweifarbig-wuscheligen Langhaar ein bei allen Besuchern beliebtes echtes Original von den eifrig im Nähmaschinentakt trippelnden Hufen rauf bis zu den aufmerksam gespritzten Ohren. Wie es sich für ein Möchtegern-Wildpferd gehört, ist unser Youngster nicht nur extra-schick in der Sonderlackierung Graufalbe gefärbt, sondern trägt zumindest im Sommerfell sogar mit Stolz die typische Zebrastreifung an den Beinen. Was die Eingliederung in die Herde anging, war Kanon denkbar unkompliziert, denn kaum dem Pferdeanhänger entstiegen und in den Eingliederungsbereich geführt, begann er sogleich enthusiastisch mit seinen funkelnagelneuen Pferdebekanntschaften Bonheur und Leonidas auf dem Sandpaddock zu spielen. Ganz offensichtlich war Kanon sichtlich begeistert, nach der Haltung in der Einzelbox im alten Stall nun unbegrenzt sein Leben in Freiheit mit so vielen Pferdefreunden genießen zu dürfen? Da Kanon im Umgang mit seinen Menschen durch überragende Verfressenheit glänzt und jeden Zweibeiner, der in seine Nähe kommt, als allererstes sowohl sehr gründlich als auch überaus hartnäckig und notfalls unter vollem Körpereinsatz auf nahrhafte Beute zu durchsuchen pflegt, hat man kaum eine Chance, eines der bei unserem grauen Moppelchen hoch im Kurs stehenden aber aufgrund Hufrehegefahr streng rationierten Pferdeleckerlies versteckt in der Hosentasche an ihm vorbei zu schmuggeln - falls es Kanon bei uns in der Rentnerherde auf den Weiden des Gnadenhofes einmal langweilig werden sollte, sähe ich angesichts dieses Engagements durchaus die Chance einer erfolgreichen Zweitkarriere als Trüffelschwein oder Polizeispürhund? Aktuell jedoch wirkt Kanon rundum glücklich mit seinem Ponyleben, dass von entspanntem Grasen & Heu knabbern im Kreise der Pferdefamilie, wildem Wettrennen und Kampfspielen mit seinen behuften Freunden und gelegentlichen Besuchen seiner ihn liebenden Familie zum Betüddeln geprägt ist ... und natürlich davon, sich ab und zu im Regen tüchtig nassregnen und danach von der wärmenden Sonne den Pelz wieder trocknen zu lassen, denn um Stallgebäude macht Kanon - wenn er die Wahl hat - bevorzugt einen richtig großen Bogen, ganz so, wie es sich für ein Pseudo-Wildpferdchen gehört!
 

Nadua

Mit der hübschen Pinto-Paint-Stute Nadua zog ein besonders lustig bunt gefärbter Farbklecks in unsere Rentnerherde ein, denn im Winter sieht Nadua zwar aus wie ein Rappschecke, aber mit dem Fellwechsel im Frühjahr wechselt Nadua auf ein Braunscheck-Sommergewand, nur um im Herbst wieder von Woche zu Woche dunkler zu werden ... ich finde, Nadua ist zu jeder Jahreszeit immer wieder ein optischer Hingucker! Die stets freundliche Nadua hatte das Glück, von ihrer langjährigen Reitbeteiligung übernommen zu werden, als sie die reiterlichen Vorstellungen der ursprünglichen Besitzerin nicht mehr erfüllten konnte. Als sie am Ende ihres Reitpferdedaseins dann zu uns auf den Gnadenhof umziehen durfte, traf sie zur beiderseitigen Freude mit dem Englischen Vollblut Leonardo einen früheren Stallgefährten wieder. Obwohl die zwei sich jahrelang nicht gesehen hatten, wurde offensichtlich spontan die alte Freundschaft wieder erinnert und direkt entschieden, dass man ab sofort nur noch glücklich wiedervereint gemeinsame Wege gehen wollte. Immerhin ergänzen sich die beiden sowohl optisch als auch wesensmäßig so unterschiedlichen Pferde perfekt: Wo Leonardo aufbrausend ist, beruhigt ihn die sanftmütige Nadua, und wo Nadua vorsichtig abwarten würde, wirft sich Leonardo mit Kriegsgeheul für seine Ehefrau in die Bresche. Da die wenig emanzipierte Nadua die von Leonardo getroffenen Entscheidungen niemals anzweifeln würde, herrscht immer eitel Sonnenschein zwischen unseren Liebenden. So ist für Nadua am Ende alles gut geworden, denn was könnte eine ältere Pferdedame mehr erwarten vom Leben als einen liebenden Ehemann, der sie in jeder Lebenslage nach Kräften verteidigt?
 

Leonardo

Mit einem Erstbesitzer im Nahen Osten zog mit dem rotbraunen Englischen Vollblüter Leonardo sicherlich ein Herkunfts-Exot in unserer Herde ein. Jedoch verbrachte Leonardo seine letzten Jahre vor dem Renteneintritt im nahegelegenen Kreis Lippe. Nachdem Leo mit seinen krummen Füßen kein pfeilschnelles Rennpferd abgeben und aufgrund eines Beckenschiefstandes und daraus resultierender Rückenprobleme dann auch nicht das Traumpferd für eine nicht ganz leichtgewichtige Vorbesitzerin sein konnte, war er im schönen Kalletal lange Jahre das geliebte Geländepferd einer figurtechnisch eher zu einem zwar hochbeinigen, aber schmal gebauten Rennpferd passenden jungen Mutter. Diese trug Leonardo dann zwar gern in durchaus flottem Tempo, aber selbst mit durch Schwangerschaft gerundetem Bauch immer zuverlässig durch die Flussaue und (wenn es denn sein musste) auch einmal in der Woche in der Dressurstunde. Für einen stolzen Vollblüter nicht untypisch hatte Leonardo schon immer sehr genaue Vorstellungen, was er vom Leben erwartete. Leider war der kampferprobte Leonardo gewohnt, diese Vorstellungen mindestens gegenüber seinen Pferdekollegen, möglichst aber auch bei seinen menschlichen Zeitgenossen wo irgend möglich durchzusetzen. Im alten Stall hatte dies gewöhnlich zu Problemen geführt, da Leonardo zum Beispiel nicht einsehen mochte, dass ohne sein Einverständnis eines seiner hochgeschätzten Herdenmitglieder zum Reiten weggeholt wurde, was selbst beim irgendwann in die Jahre gekommenen Leonardo noch zu stundenlangem ergiebigen Galoppieren entlang des Zaunes führte, bis der Pferdekollege endlich zurück war. Ein waschechtes Vollblut ist eben ein Vollblut und gibt somit per Definition nicht so eben mal einfach auf, nur weil es irgendwann anstrengend wird, auf der eigenen Meinung zu beharren! Bei uns auf dem Gnadenhof angekommen hatte Leonardo mit der hübschen Scheckstute Nadua sehr schnell eine Ehefrau und gleich nebenbei noch einen Platz unter den Ranghöheren für sich reklamiert. Die sanfte Nadua ist allerdings in allen Lebenslagen so kompromissbereit wie Leonardo stur und somit glücklicherweise gar nicht so unzufrieden damit, von Leonardo erklärt zu bekommen, was getan oder eben auch nicht getan werden sollte. Immerhin hat es aus Sicht von Nadua auch große Vorteile, immer einen starken Helden an der Seite zu haben, der einem jederzeit beschützend zur Seite steht und die Lage energisch im Griff hat. Das traute Glück zu zweit ist also perfekt, besonders, weil hier niemand auf die Idee kommen wird, Nadua zum Reiten von der Weide zu holen, weshalb Leonardo sein neues Leben hoffentlich wesentlich entspannter wird geniessen können als bisher - und diese Ruhe ist genau das, was wir unserem "alten Krieger" wünschen!
 

Shakira

Die sanftmütige Shakira mit der beeindruckenden Wallemähne war wie viele Tinker als Importpferd unbestimmten Alters vor vielen Jahren nach Deutschland gekommen, wo sie dann lange glückliche Jahre mit mehreren anderen Tinkern zusammen hinter dem Haus der Besitzerin in einem kleinen privaten Offenstall gelebt hat. Doch durch Änderung der Lebensumstände musste die Besitzerin die Haltung leider aufgeben, und da sie der hochbetagten Shakira im Gegensatz zu den noch reitbaren deutlich jüngeren Pferdekollegen keinen Verkauf mehr zumuten wollte, zog Shakira auf unseren Gnadenhof. Hier konnte schon am Einzugstag bei aller Freude über ihre neu gefundenen Pferdefreundschaften die hübsche Rappscheckzeichnung nicht darüber hinwegtäuschen, dass Shakiras Gesundheitszustand leider nicht der allerbeste und die Pferde-Omi im Gegensatz zur bei dieser Rasse üblichen Moppel-Figur sichtbar abgemagert war. Leider konnte unser zeitnahe um Rat befragter Haustierarzt wenig gute Nachrichten bringen, denn Shakiras Blutwerte sprachen für eine Anämie durch chronische innere Blutungen und legten zusammen mit anderen Befunden den Verdacht eines zeitweise blutenden Tumors im Bauchraum nahe. Da Shakira sich als sehr gesellige Pferde-Omi entpuppte, die sich in der neuen Herde problemlos integrierte und im neuen Zuhause sichtbar wohl fühlte einerseits und andererseits keinerlei Schmerzen oder Unwohlsein zeigt, wurde entschieden, nur den behandlungsbedüftigen Zähnen einen Termin bei unserem Pferdedentistenteam zu gönnen und Shakira ansonsten palliativ zu betreuen, solange Shakira gefühlt beschwerdefrei leben kann und möchte. Aktuell genießt Shakira ihr neues Leben als glücklich grasendes Rentnerpferd auf unserer Weide - und wir drücken ihr alle ganz fest die Daumen, dass Shakira vergönnt sein möge, dort noch möglichst lange genauso glücklich weiter grasen zu dürfen.
 

Piltur

Der muntere kleine Island-Wallach Piltur sichert sich sofort einen Platz in jedermanns Herz, denn er besticht optisch durch die ideale Kombination von rotblonder Wuschelmähne und großen braunen Kulleraugen. Jahrelang war Piltur zusammen mit zwei anderen Islandpferden als glückliches Trio von seiner Familie im eigenen Offenstall gehalten und sicherlich immer bestens versorgt worden. Jedoch wurde die Unterbringung des Pferdeopis von jetzt auf gleich zum Problemfall, als nacheinander beide Pferdefreunde krankheitsbedingt eingeschläfert werden mussten und der arme Piltur am Ende trauernd allein zurückblieb. Bei Pilturs Besitzern kam nun zu dem Entsetzen über den unerwarteten plötzlichen Todesfall die Überforderung, in der veränderten Situation Piltur emotional die verstorbenen Pferdefreunde zu ersetzen, und nach reiflicher Überlegung schweren Herzens die Einsicht, dass diese Aufgabe von keinem noch so liebenden Besitzer, sondern nur von neuer Pferdegesellschaft erfüllt werden kann. Das isländische Wort Piltur bedeutet "Junge", und jetzt musste der kleine Junge wie im gleichnamigen Lied Hänschen Klein ganz allein in die weite Welt hinein reisen und sich nach tränenreichem Abschied in unsere Gnadenhof-Herde einleben. Kaum angekommen strafte er jedoch seinen Namen Lügen. Piltur präsentierte sich so gar nicht als verschüchterter kleiner Junge, sondern vielmehr als ein durchaus selbstbewußter älterer Herr, der sehr wohl ganz genau wusste, was er wollte und bereit war, seine Vorstellungen jedem noch so großen Pferdekollegen gegenüber lautstark quietschend durchzusetzen. Heute beweist Piltur jeden Tag aufs Neue, das geringe Körpergröße und fortgeschrittenes Alter mit gewissen Vorerkrankungen in Kombination mit einem verniedlichenden Namen und zuckersüßer Wuscheloptik überhaupt kein Grund sind, um sich mit weniger als einem Platz im oberen Drittel der Rangordnung zufrieden zu geben. Denn wenn es darum geht, eigene Wünsche durchzusetzen, dann ist Piltur mit gerade mal knapp 1,40cm Stockmass einer der ganz Großen in unserer Herde.
 

Achat

Nach einem langen wechselhaften Leben durfte der ursprünglich als Schulpferd kennengelernte und dann in ein besseres Dasein als langjähriges geliebtes Familienmitglied und Reitpferd einer jungen Besitzerin freigekaufte braune Wallach Achat bei uns in die Rentnerherde einziehen, nachdem im bisherigen Stall aufgrund des zunehmend umfangreicher werdenden Betreuungsaufwandes für den inzwischen hochbetagten Pferdesenior eine weitere Versorgung nicht mehr realisierbar schien. Gerade erst hier am Hof angekommen, stellte sich beim ersten Check durch unsere Pferdezahnärztinnen heraus, dass der seit langem fast nur noch mit Heucobs & Rübenschnitzeln ernährte Pferdeopi wohl auch deshalb irgendwie unglücklich mit der Gesamtsituation wirkte, weil gravierende Zahnprobleme dringend behandlungsbedürftig waren. Nachdem ein hochschmerzhaft in zwei Teile gebrochener Backenzahn gezogen und bei den restlichen verbliebenen Zähnen eine fällige Korrektur durchgeführt worden war, war der tapfere Achat zwar sichtlich erleichtert über die neu gewonnene Möglichkeit, endlich wieder schmerzfrei Gras kauen zu können, was zumindest im Sommerhalbjahr eine willkommene Alternative zu den ewigen Heucobs bot. Auch schien der inzwischen auffällig graumelierte Senior sich durchaus in angemessener Zeit in die neue Herde zu integrieren und fand sogar mit der fast gleichalten und ebenfalls eher gebrechlichen gescheckten Pferdeomi Shakira auf Anhieb eine aus Pferdesicht passende behufte Ehefrau. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass Achat noch deutlich mehr gesundheitliche Baustellen als nur altersschwache Zähne mitgebracht hat und wohl für den Rest seines Lebens engmaschige Betreuung benötigen wird, auch weil er aufgrund einer zuletzt leider zunehmenden Demenz im Alltag eingeschränkt ist. Trotzdem ist der liebenswürdige Senior mit seiner teils drollig vertrottelt wirkenden Art uns in kurzer Zeit schon sehr ans Herz gewachsen. Wir hoffen, dass er mit unserer Unterstützung und im Bedarfsfall tierärztlicher Behandlung trotz aller Einschränkungen noch eine letzte schöne Rentenzeit hier auf dem Hof genießen kann.
 

Cindy

Unsere Cindy ist mit dem hellcremefarbenen Fell und der zweifarbigen Wallemähne nicht nur aufgrund ihrer Cinderella-Optik ein wahrgewordener Kleinmädchentraum, sondern beeindruckt zusätzlich mit einem ganz bezaubernden Wesen. Als gelungene Kreuzung zwischen dem sportlich-eleganten Körperbau eines Connemara Ponys und der ansprechenden Farbe eines Norwegers hatte Cindy das große Glück, schon als kleines Fohlen von ihrer jetzigen Besitzerin gekauft zu werden, als diese nach just vorher absolvierter Kutschenfahrer-Ausbildung neben ihrem Reitpferd Guy noch ein Fahrpony suchte und sich spontan in Baby-Cindy verliebte. Im Nachhinein war es wohl nicht nur für die kleine Cindy ein Glücksgriff, ihr fast komplettes Leben bei der gleichen stets um sie bemühten Besitzerin verbringen zu dürfen, sondern auch für die Besitzerin war Cindy ein Glückstreffer, weil nachdem Guy altersbedingt nicht mehr geritten werden konnte, entpuppte sich Kutschpony Cindy als stets williges Wanderreitpferd und der dienstbeflissene Vollblutfuchs Guy lief nur noch als Handpferd nebenher und schleppte dabei brav das Reisegepäck, um sich ebenfalls wichtig fühlen zu dürfen. Beeindruckender Weise absolvierte Cindy sogar nach einer schlimmen Verletzung, aufgrund der sie eines ihrer Augen verlor, weiterhin problemlos Orientierungsritte in fremdem Gelände und trug ihre Besitzerin mit schlafwandlerischer Selbstsicherheit zuverlässig über Stock und Stein. Als Cindy jedoch mit ECS und Arthrose altersbedingt zunehmend gesundheitliche Baustellen entwickelte, entschied die Besitzerin, ihre Kleine sollte in ihrer Rentnerzeit auf unseren Weiden leben dürfen, wo Jahre zuvor schon der große Kumpel Guy seine letzten Tage glücklich grasend verbracht hatte.
 

Capodanno

 

Pocos Little Lucy

"Lucy ist eine verlorene Seele", so beschrieb ihre Besitzerin mir die braune Quarter Horse Stute bei der Stallbesichtigung und schilderte das unlösbare Dilemma, unter dem Lucy litt: In der Box war Lucy kreuzunglücklich, weil sie lieber mit anderen Pferden draußen sein wollte - aber in den bisherigen Offenställen war Lucy jedes Mal am Rande eines Nervenzusammenbruches und rannte bis zur völligen Erschöpfung, wenn andere Herdenmitglieder zum täglichen Training aus der Gruppe genommen wurden. Am Ende fehlte Lucy die Ruhe, um sich zum Schlafen hinzulegen, weshalb sie vor Übermüdung unter Pseudonarkolepsie und Epilepsie-ähnlichen Zusammenbrüchen litt. Wir haben gemeinsam entschieden, dass Lucy die Chance bekommen sollte, in unserer Gnadenhof-Herde ein Stress-ärmeres Leben führen zu dürfen, weil wir die Hoffnung hegten, dass ihre Anfälle hier seltener werden könnten, wenn Lucy unter Gnadenbrotpferden fernab vom üblichen Reitstall-Tohuwabohu Entspannung findet. Und schon am Tag nach ihrem Einzug war für alle offensichtlich: Die verlorene Seele Lucy wurde gefunden. Zwischen Schimmelsenior Capodanno und Lucy war es Liebe auf den ersten Blick, und die beiden ergänzten sich ganz wunderbar in ihren Bedürfnissen. Capodanno konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als seine Frau Lucy gegenüber allen anderen Pferden für sich zu beanspruchen und eifrig jeden ihrer Schritte zu bewachen, und Lucy war heilfroh, endlich einem starken Mann an ihrer Seite all 'die Verantwortung für schwierige Entscheidungen abtreten zu können, die sie vorher so sehr überfordert hatte, und sich von ihm von früh bis spät anbeten und verwöhnen zu lassen.
 

Harmony

 

Pablo

Der wunderschöne wallemähnige Spanier Pablo hatte zusammen mit dem Carmarguepferd Sultan Gris lange Jahre ein zufriedenes Leben als Freizeitpferd im Offenstall hinter dem Haus seiner Besitzer leben dürfen. Doch als sein einziger behufter Freund zunehmend altersschwach wurde, machten sich seine Besitzer Sorgen, wie Pablo auf den Verlust von Sultan reagieren würde, wenn er dann vorhersehbar plötzlich allein zurückbliebe.  Daher entschieden sie im Sinne von Pablo, dass er gemeinsam mit Sultan umziehen und in unserer Herde ein neues Zuhause finden durfte, damit er andere behufte Kumpels finden möge, die ihm über den Verlust vom Sultan hinweghelfen konnten.  So geschah es, dass Pablo zwar in den Tagen nach Sultans Tod die allerschönsten allerlängsten Strähnen seiner spanischen Wallemähne abgeknabbert bekam von seinen neuen Pferdefreunden, aber aus Pablos Sicht war ein tröstendes Mähneknabbern in dieser Situation wesentlich wichtiger als die Optik.  Wir müssen Pablo zwar insofern Recht geben, dass auch uns ein zufriedener Pablo mit abgekauter Mähne lieber ist als ein walle-mähniger unglücklicher Pablo, aber insgeheim klammern wir uns an die einzige Hoffnung, die uns bleibt: Mähnenhaare wachsen nach, und wenn wir nur ein kleines bisschen Geduld haben, ist unser wunderhübscher Pablo mit etwas Glück bald wieder so walle-mähnig wie bei seinem Einzug!
 

Donar

Dónar von der Friedeburg <br/>Als erstes original waschechtes Fjordpferd auf unserem Hof ist unser Dónar schon etwas Besonderes. Dónar ist genau richtig groß für ein Fjordpferd und genau richtig breit für ein Fjordpferd. Dónar ist genau richtig Falbe-farben und Dónar hat die weltbeste zweifarbige Wuschelmähne, die ein reinrassiges Fjordpferd nur haben kann, und den original Fjordpferd-Aalstrich, den hat Dónar natürlich auch. Das Wichtigste jedoch ist, dass Dónar ein kluges Kerlchen ist und deshalb sehr genau weiß, wie gut er darin ist, als Fjordpferd genau richtig zu sein, und er ist mächtig stolz auf sich und seine diesbezügliche Leistung. Anders wäre es auch nicht zu erklären, dass Dónar schon kurz nach seinem Einzug auf unserem Gnadenhof zu unser aller Erheiterung als körperlich Kleinster in der Gruppe der Neuzugänge nicht nur binnen kürzester Zeit der Chef-Wallach von 7 anderen Pferden geworden ist, die allesamt größer waren als er, sondern dass er zu allem Überfluss auch noch mit Harmony die allergrößte Stute dieser Gruppe für sich beansprucht hat, um sie im Bedarfsfalle allein durch den entschlossenen Blick eines von sich selbst überzeugten Fjordpferdes vehement gegen alle anderen zu verteidigen. Damit dürfte hinreichend bewiesen sein, dass Dónar als original waschechtes Fjordpferd eben etwas ganz Besonderes ist, denn wie sonst hätte er als körperlich Kleinster eine solch steile Karriere in der Pferdegesellschaft hinlegen können? Ich persönlich glaube, dass Dónar ziemlich stolz auf seine Leistung ist, und wenn wir ihn beobachten, dann können wir gar nicht anders, als auch zumindest ein kleines bisschen stolz auf unser erstes waschechtes Fjordpferd sein.
 

Britanja

Die Endmaßponystute Britanja hatte Glück im Unglück, denn als ihre jetzige Besitzerin sie zum ersten Mal sah, tat dieser die verschreckt wirkende Remonte so leid, dass sie die Grauschimmelstute spontan gekauft hat. Trotz des eher ungünstigen Startes in ein Reitpony-Leben haben die Besitzerin und die nur noch Püppi genannte Britanja geschafft, zu einem Dream Team zusammenzuwachsen, auch wenn das Reiten aufgrund von Püppis Vorgeschichte beim ersten Anreiteversuch der Vorbesitzer nie die Hauptrolle gespielt hat. Als Püppi hier auf dem Gnadenhof eingezogen ist, wusste die inzwischen schlohweiße Ponystute gleichermaßen die Herde der Gnadenbrotpferde mit ihrem souveränen Sozialverhalten und uns Menschen mit gut einstudierten Zirzensik-Lektionen zu beeindrucken. Wir dürfen also alle noch gespannt sein, welche selbstgesteckten Ziele die selbstbewusste Püppi hier in unserer Herde noch zu verwirklichen versucht?
 

Asterix

Der braune Wallach, den die Besitzerin von Asterix als Freizeitpferd gekauft hatte, entpuppte sich zwar bei genauerer Recherche als original Trabrennpferd. Nichtsdestotrotz war Asterix lange Jahre genau der stets freundliche, stets zuverlässige behufte Kumpel zum Spazieren reiten, den die Besitzerin sich gewünscht hatte, auch vor der Kutsche machte er eine gute Figur oder trug brav die kleine Tochter der Familie auf seinem Rücken. Mit zunehmendem Alter und den zugehörigen Zipperlein jedoch wurde schweren Herzens entschieden, Asterix in unsere Gnadenbrot-Herde umziehen zu lassen, weil er in der bisherigen Gruppenhaltung immer mehr ins Abseits geriet und zuletzt immer mehr von den jüngeren Pferden herumgeschickt wurde. Kaum angekommen, fand er in Pablo einen netten neuen Lieblingskumpel, hinter dessen breiten Rücken er sich in den ersten Tagen jederzeit verstecken durfte, wenn ein anderes Herdenmitglied beim Kennenlernen zu forsch für Asterix` Geschmack war. So dauerte es nicht lange bis Asterix friedlich grasend mit der großen Herde über die Weiden zog, und wir drücken dem liebenswürdigen Oldie alle Daumen, dass er genau das noch eine sehr lange Zeit machen wird.
 

Hemmingway