Virtueller Pferdefriedhof



- im Gedenken an die vielen schönen Momente,
die wir gemeinsam mit unseren Pferdesenioren erleben durften -

Royal Dancer

danny2010 Mein Rappe hat fast sein ganzes Leben bei mir verbracht, denn er ist als Zweijähriger zu mir gekommen und jetzt wird er schon bald 20 Jahre alt. Er ist seit seinem Einzug auf dem Gnadenhof im Frühjahr 2008 der Herdenchef gewesen, inzwischen teilt er sich diesen Fulltime-Job mit seinem Freund Lazard. Für sein Leben gern frißt er reife Mangos, Bananen und andere süße Südfrüchte und auch sonst ist er ein absoluter Gourmet. Nach einem Unfall vor einigen Jahren wird er nur noch freizeitmäßig im Gelände geritten, woran er sehr großen Spaß hat. Am liebsten ist ihm, wenn wir auf unsere Ausritte seine Freundin Charisma als Handpferd mitnehmen, weil er trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch gern auf den Galoppstrecken Wettrennen mit ihr macht.

Royal Dancer wurde im Oktober 2012 wegen Verdacht auf Illeus durch Pendellipom eingeschläfert.
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Graecum

Das englische Vollblut hatte leider nicht immer ein schönes Leben: Schon vor seinem 2. Geburtstag kam er quasi als Baby in der DDR auf die Rennbahn, lief insgesamt über 50 Galopprennen, war anschließend im Deckeinsatz, mußte danach auch noch als Schulpferd arbeiten, bevor er nach seiner Odyssee durch ganz Europa endlich von seiner jetztigen Eigentümerin freigekauft wurde. Doch nachdem diese unerwartet ihren Pferdehof verlor, wurde die Unterbringung des Rentners zum Problem, der inzwischen hochbetagte Wallach mußte erneut mehrfach umziehen. Gezeichnet von einem auskurierten Griffelbeinbruch, Senkrücken, Arthrose, einem wohl in Folge eines Bruches schief zusammengewachsenen Becken und chronischen Zahnproblemen ( Zähne altersbedingt stark abgenutzt & wackelnd durch Wurzelresorption ) sowie starker Vernarbung der Zunge kam er Anfang 2012 im Alter von fast 26 Jahren stark abgemagert & trauernd zu uns auf den Gnadenhof. Inzwischen ist er gut in die Herde integriert und fühlt sich sichtlich wohler. Wir müssen ihn zwar für den Rest seines Lebens über Breifütterung ernähren ( eingeweichte Heucobs mit Pflanzenöl & Rübenschnitzeln ), weil er normales Futter nicht mehr verwerten kann - Aber diesen Aufwand treiben wir gerne ihm zuliebe, solange er laut Tierarzt noch Lebensqualität hat & schmerzfrei ist, wollen wir ihm seine letzten Monate so schön wie möglich gestalten.

Graecum`s Kämpferherz hörte im Dezember 2012 auf zu schlagen.
graecum2012
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Debuetano

debuetano2012 Der große Fuchswallach war lange Jahre ein erfolgreiches Dressurpferd, doch im Alter von 23 Jahren ist er in Rente gegangen, weil ihm selbst kleine Ausritte zu anstrengend wurden. Altersbedingt hat Debi ein auffällig langes Fell und sieht auch im Sommer immer ein bisschen aus wie ein überdimensionaler Plüschteddy. Wegen einer Hufproblematik muß er vorne Spezialhufeisen tragen. Inzwischen ist der liebenswürdige Riese 25 Jahre alt und genießt bei uns auf dem Gnadenhof seine letzten schönen Jahre. Nach seiner Ankunft bei uns ist Debi der beste Freund von Graecum geworden, was uns für unsere Ältesten sehr freut.

Debuetano wurde Anfang März 2013 wegen Kreislaufproblemen eingeschläfert.
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Gradina

Gradina ist mit weit über 30 Jahren als Pferde - Omi zu uns gekommen und hat uns alle damit verblüfft, dass sie, nach der langen Anreise aus Norddeutschland kaum dem Pferdehänger entstiegen, direkt auf das heftigste mit unserem Herdenchef Lazard flirtete und rosste wie seit Jahren nicht mehr, so dass Lazard sofort ganz verliebt in Omi Dinchen war - offensichtlich eine kluge Taktik der lebenserfahrenen alten Dame, denn so war die Eingliederung in die bestehende Herde binnen weniger Minuten ausdiskutiert und Gradina graste zufrieden neben Lazard und durfte auch ab sofort sogar aus seiner Schüssel Getreide mitfressen. Leider hat sie altersbedingt inzwischen einige Zipperlein, doch wir bemühen uns nach Kräften, ihr noch eine letzte schöne Zeit in unserer Herde zu ermöglichen. Zum Glück hatte sie in Lazard vom ersten Augenblick an einen wahren Freund und starken Beschützer für alle Lebenslagen gewonnen, außerdem hat die hochbetagte Stute schnell Anschluss gefunden an unsere beiden Pferde - Opis Debi & Graecum, mit denen sie jeden Tag zur gleichen Zeit ein Mittagsschläfchen im Strohbettchen abhalten geht und an die gekuschelt sie jede Nacht schläft, weil die drei Senioren altersbedingt mehr Ruhe brauchen als die jüngeren Herdenmitglieder. Weil unser Dinchen seit dem letzten Zahnarztbesuch auf der einen Seite nur noch 2 Zähne mit Gegenspieler zum Kauen hat und somit normale Kost entsprechend schlecht verwerten kann, füttern wir ihr Heucobs und Rübenschnitzel zu, weil wir nicht wollen, dass unsere Älteste zu sehr abbaut. Am liebsten jedoch frißt sie in Malzbier eingeweichtes Brot, was sie immer ganz begeistert wegschlabbert!

Gradina mußte im Februar 2013 wegen multiplem Organversagen eingeschläfert werden.
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Leika

leika Die betagte Fuchstute hatte das Glück, fast ihr ganzes Leben als das geliebte und umsorgte Reitpferd ihrer jungen Besitzerin verbringen zu dürfen. Als diese für ein Jahr nach Australien gehen wollte, gab sie Leika in unsere Obhut. Leika lebte sich schnell in die Herde ein, fand in Donnie und Daim gute Freunde und fühlt sich sichtlich wohl, das Leben in der Herde genießen zu dürfen. Allerdings magerte sie nach dem Einzug bei uns deutlich ab - und es war nicht das erste Mal, dass sie unerklärlich Gewicht verlor, auch im alten Stall hatte sie kurz zuvor ähnliche Probleme gehabt. Als dann noch wiederkehrendes und teils starkes Nasenbluten ohne offensichtliche äußere Ursache dazukam, stellten wir Leika unserem Haustierarzt mit Bitte um Abklärung vor und bekamen nach einer kurzen Untersuchung die niederschmetternde Diagnose: Krebs! Wegen eines Tumors am Kehlkopf mag Leika kein trockenes Heu fressen und kein Kraftfutter, weil sie das schlechter schlucken kann als saftiges Gras. Wir versuchen, ihr ihre letzten Wochen auf der Weide so angenehm wie möglich zu machen und verwöhnen Leika wo wir nur können mit leicht schluckbarem Futter wie eingeweichtem Spezialmüsli & Mash und mit zusätzlichen Leckerbissen wie Birnen und Erdbeeren.

Leika wurde im August 2013 eingeschläfert, um ihr zukünftiges Leiden durch einen Tumor am Kehlkopf zu ersparen.
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Aljaarif

Unser Ali kann in 3 Geschwindigkeiten laufen: Schritt, Trab ... und Fliegen! Der menschenbezogene Fuchswallach Aljaarif ist als ehemals einer der schnellsten deutschen Galopper ziemlich viel in der Welt herumgekommen in seinem früheren Leben und hat eine glänzende Karriere als Rennpferd hinter sich. Als er wegen eines verschleißbedingtem Schadens am Fesselträger nach vielen gewonnenen Rennen aus dem Sport ausscheiden mußte, hatte er noch einmal richtig Glück und durfte einige schöne Jahre als Freizeitpferd bei einer Hobbyreiterin verbringen, wo er erstmals Weidegang und Freundschaft mit einem Artgenossen kennenlernen konnte. Später zog Ali aus dem Reitstall im Ruhrgebiet auf unseren Hof um, weil seine Besitzerin ihm versprochen hatte, dass er wenigstens seinen Lebensabend in einer richtigen Pferdeherde auf der großen Weide verbringen dürfte, weil er doch schon so früh Rennen laufen mußte und somit keine lange glückliche Kindheit auf der Wiese haben konnte. Bei uns zeigt sich Ali gut in die Herde integriert und ist erstmals in seinem Leben sehr verliebt - in Beauty, für die der sonst immer brave Wallach sogar schon durch einen Zaun gegangen ist, als wir wagten, Beauty ohne ihn von der Weide zu holen. Leider hat der Senior inzwischen altersbedingt ziemlich abgebaut und immer mehr gesundheitliche Probleme und gerade bei Wetterwechseln oder Hitze machen ihm ein Klappenschaden & Herzrhythmusstörungen arg zu schaffen. Wir hoffen, dass Aljaarif trotz allem noch eine Weile auf unseren Weiden wird grasen können und tun unser Bestes, ihn mit seinem Lieblingsfutter Mash mit Maisflocken zu päppeln.

Aljaarif wurde nach einer schönen letzten und dank Medikamenten auch sicher schmerzfreien Zeit auf unserem Gnadenhof Ende September 2013 eingeschläfert, um ihm Leiden aufgrund von sich verschlimmernden Herzproblemen in Kombination mit behandlungsresistenter Anämie und verschleißbedingten Schädigungen des Bewegungsapparates durch seine Karriere als Rennpferd zu ersparen.
aljaarif
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Melrose Place

Melrose Place Als ich gefragt wurde, ob ich einen Platz für eine mit meinem geliebten Dancer verwandte Stute frei hätte ... wie hätte ich da nein sagen können! Melli kam auf unseren Gnadenhof, weil sie nach einem Sehnenschaden ihren Job als Freizeitreitpferd nicht mehr machen konnte. Wie mein Dancer ist auch sie ein sanftes und vorsichtiges, dem Menschen freundlich zugewandtes Pferd, was sich immer große Mühe gibt, allen zu gefallen, was ihr dank guter Erziehung meist spontan gelingt! In der Herde war sie anfangs schüchtern und zurückhaltend, inzwischen ist sie offensichtlich aufgetaut und froh, dass sie jetzt ihre Wallach - Freunde Daimy, Aljaarif und in letzter Zeit zunehmend auch Nickel und Finn hat, die hoffentlich alle wichtigen Angelegenheiten für sie regeln und ihr durch bloße Anwesenheit die nötige Sicherheit geben, so dass sie jetzt gut in die Herde integriert ist und sich mehr zutraut. Wilde Laufspiele sind allerdings nicht ihr Ding und werden es wohl auch niemals sein, denn wenn sie es übertreibt und sich zum Beispiel in der großen Freude über das frische Gras beim Anweiden hinreißen lässt allzu wild mitzurennen und mitzubocken, macht ihr hinterher ihr Bein Probleme. Zum Glück ist sie klug genug, sich meistens mit Mähnchenkraulen und Schmusen zu begnügen und es ansonsten ruhig angehen zu lassen, dann ist sie beschwerdefrei. Wir hoffen, dass die hübsche Stute noch eine lange und zufriedene Rentnerzeit bei uns genießen darf.

Melrose Place wurde im März 2014 eingeschläfert, nachdem sich herausstellte, dass ihre therapieresistente Euterentzündung durch eine von bösartigem Krebs im Euter ausgelöste Hormonstörung hervorgerufen wurde.
Melrose Place
Melrose Place Melrose Place Melrose Place
 

Sancho

Sancho ist ein Traberwallach, der das Glück hatte, von sehr bemühten Besitzern in einem gesundheitlich schlechten Zustand gekauft und mit viel Verständnis und Liebe aufgepäppelt zu werden. Als sich herausstellte, dass er wohl aufgrund seiner vielfältigen gesundheitlichen Einschränkungen kein Leben als Reitpferd mehr würde führen können, kam er im hohen Alter von Ende 20 zu uns auf den Gnadenhof. Hier ist er der Ruhepol der Herde, aber trotzdem bei allen Herdengenossen beliebt wegen seines freundlichen und geduldigen Wesens. Besondere Freundschaft verbindet ihn allerdings mit dem fast 10 Jahre jüngeren Jacky.

Sancho wurde im Herbst 2014 wegen Fortschreitens seiner altersbedingten Erkrankungen eingeschläfert, als zusätzlich zu den bis dahin bekannten Problemen ein beginnendes Organversagen diagnostiziert wurde, nachdem er binnen weniger Tage stark abbaute und zum Schluss auch ganz offensichtlich seine Lebensfreude total verloren hatte.
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Lisa

Lisa ist eine urgemütliche Kaltblutstute, die nach einem sehr wechselhaften Leben als Zugpferd und Reitpferd, teils sogar eingesetzt für Kaltblutrennen, zuletzt viele Jahre mit größter Zuverlässigkeit als Schul-& Therapiepferd gearbeitet hat, bevor sie zu uns auf den Gnadenhof kam, weil ihr letzter Besitzer meinte, dass die großrahmige Rotschimmelstute inzwischen die Rente verdient hätte, nachdem ihr altersbedingt zunehmende Arthrose langsam mehr und mehr Probleme bereitete. Wie alt sie genau ist, kann wohl keiner raten, die Schätzungen schwankten zwischen "mindestens Mitte / Ende 20" bis hin zu "über 30, eher Mitte 30", daher können wir nur sagen, dass sie wohl ein langes Leben voll der Arbeit für ihre Menschen hinter sich hatte, bevor sie zu uns auf den Gnadenhof kam. Bei uns zeigt sich Lisa nie anders als gutmütig und freundlich gegen Mensch und Tier und strahlt bei allem, was sie tut, eine Ruhe aus, wie sie wohl nur wenige Pferde ihr eigen nennen.

Nachdem Lisa im Herbst 2014 leider nach viel zu kurzer Zeit auf unserem Hof verabschiedet werden mußte, wünschen wir ihr, dass sie auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke auf einer saftigen Weide weitergrasen darf, denn sie hätte es verdient.
 

Lady M

lady Die Mecklenburger Schimmelstute Lady hatte nach mehreren Jahren eines wohl oft auch anstrengenden Lebens als Schulpferd das Glück, dass ihre langjährige Reitbeteiligung sie vom um Vermittlung ausgedienter Schulpferde sehr bemühten Reitverein aufkaufte, um ihr eine ungewisse Zukunft zu ersparen, nachdem das Schulpferddasein mit ca 20 Jahren langsam zu anstrengend für sie wurde. Da die neue Besitzerin beruflich stark eingespannt und auch häufiger auf Reisen ist und daher nicht immer so viel Zeit für Lady hat, wie sie gern gewollt hätte, war eine Unterbringung als Privatpferd im Reitverein von vorne herein ausgeschlossen, und so zog Lady bei uns ein, damit sie ihre wohlverdiente Rente genießen könnte und dabei von ihrer neuen Besitzerin regelmäßig besucht werden kann. Hier angekommen benahm Lady M sich anfangs ein bisschen wie Alice im Wunderland und marschierte staunend mit großen Kulleraugen durch die Ausläufe und Gebäude der Stallanlage, als könnte sie gar nicht fassen, dass hier die Pferde solche für sie ungewohnten Freiheiten als Selbstverständlichkeit genießen, anstatt in einer ordentlichen Boxenreihe einzeln weggesperrt zu werden. Grenzenlos war ihre Begeisterung, als sie feststellte, wie viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen die verschiedenen in der Stallanlage für die Herde verteilten Mineral- & Salz-Lecksteine ihr boten, und groß ihr Vergnügen, sie alle nacheinander genüßlich schlabbernd durchzuprobieren und am Ende den ihrer Meinung nach köstlichsten Stein binnen kürzester Zeit komplett aufzuschlecken wie ein Kind es mit einem Lolli machen würde! Bei uns zeigt sich die gutmütige & geduldige Lady jeden Tag wieder von ihrer allerbesten Seite und ist ein Musterbeispiel an Sanftheit und Freundlichkeit gegenüber jedem Menschen, der irgend etwas von ihr möchte. Es bereitet uns allen Freude, uns um ein Pferd kümmern zu dürfen, dass so außergewöhnlich liebenswürdig & unglaublich dankbar für jede Kleinigkeit ist. In der Herde war sie nach jahrelangem Leben in der Einzelbox anfangs etwas schüchtern, gewann aber im Kielwasser der kontaktfreudigeren und aufgeschlosseneren besten Freundin Annabell binnen kürzester Zeit mehr Sicherheit und taute sichtlich auf. Inzwischen hat sie mit dem gleichalten Jacky einen guten Freund gefunden, mit dem sie gern im Sommer entspannt unter einem Baum in antiparalleler Haltung dösend steht, wobei sich beide gegenseitig mit dem Schweif die Fliegen aus dem Gesicht wedeln.

Als bei Lady aus einem erst harmlos wirkenden kleinen Bluterguss durch sich darunter ausbreitende Metastasen ihrer schon vorher bekannten Melanome eine zuletzt immer größer aufreißende offene Wunde mit tiefer Wundhöhle wurde, die trotz wochenlanger intensiver Behandlung durch mehrere Tierärzte nicht zur Abheilung zu bringen war, haben wir mit Blick auf die extrem schlechte Prognose in Punkto Wundheilung schweren Herzens vom Versuch einer größeren OP abgesehen, auch weil wir Lady mit ihrer ständige leichte Bewegung erfordernden hochgradigen Arthrose in den Vorderhandwurzelgelenken die nach so einem Eingriff zwingend notwendige wochenlange Boxruhe in einer Klinik nicht zumuten wollten. Wir freuen uns für Lady, dass ihre Besitzerin einem Schulpferd knapp 2 Jahre glücklichen Rentnerdaseins in unserer Herde ermöglicht hat, und haben sie begleitet, als sie im Kreise ihrer Pferdefreunde & ihrer Besitzer im Februar 2017 eingeschläfert werden mußte.
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